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Acht keltische Feste im Jahr – und ein Haus, das sie alle zelebriert

Die Seezeitlodge am Bostalsee lebt nach dem keltischen Jahreskreis. Ende September steht Mabon an, das Fest der Ernte und der Balance. Genau in diesen Tagen beginnt dort die herbstliche Yogalodge.

Der Herbst ist die Zeit der vollen Speicher. Der bunten Wälder, der klaren Morgen nach dem Sommerdunst, der ersten Abende am Feuer. Die Kelten haben das gefeiert: Gleich drei ihrer acht Jahreskreisfeste gehören der Ernte.

Die Seezeitlodge am Bostalsee hat diesen Kalender zu ihrem gemacht. Nicht als Motto für die Speisekarte, sondern als Ordnung, nach der das Haus lebt – von der Architektur über die Küche bis zu den Arrangements. Ende September steht Mabon an, die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Und genau in diese Tage fällt die herbstliche Yogalodge vom 24. bis 27. September.

Ein Ort, den schon die Kelten gewählt haben

Das Haus steht auf einem bewaldeten Kap über dem Bostalsee, mitten im Naturpark Saar-Hunsrück. Diese Gegend war keltisches Siedlungsgebiet, der Ringwall von Otzenhausen – eine der größten keltischen Befestigungsanlagen Europas – liegt wenige Kilometer entfernt. Wer hier baut, baut auf 2.500 Jahre Geschichte.

Die Seezeitlodge nimmt dieses Erbe wörtlich. Auf dem gesamten Gelände stehen Bäume des keltischen Baumkreises: Am Haupteingang wächst eine Weide als Geburtsbaum des Hauses, Eiche, Esche und Birke stehen für Stärke, Energie und Licht. Und das Gebäude selbst ist nach keltischem Vorbild exakt auf den Verlauf der Sonnenwenden ausgerichtet.

Sichtbar wird das durch ein glänzendes Messingband im Boden, das Innen- und Außenräume durchzieht und drei Achsen markiert. Die Wintersonnwendachse läuft durch die Lobby und endet an der Feuerstelle auf der Terrasse. Die Sommersonnenwende verläuft durch die lange Gemeinschaftstafel im Restaurant LUMI, folgt draußen der Geländetopografie und erhebt sich schließlich als Sonnenstrahl in den Himmel. Und die Bar NOX – der Name bedeutet Nacht – liegt exakt auf der Equinox-Achse. Dort stehen Signature-Cocktails mit keltischen Kräutern und der hauseigene Gin EquiNOX Yggdrasil. Man kann das für eine Spielerei halten. Aber es ist eine, die im Bauplan steht und nicht im Prospekt.

Mabon: das Fest der Balance

Der keltische Jahreskreis kennt acht Feste. Vier davon folgen der Sonne und haben feste Daten: Ostara zur Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche, Litha zur Sommersonnenwende, Mabon zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche und Yule zur Wintersonnenwende. Die anderen vier richten sich nach dem Mond: Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain, mit dem das keltische Jahr beginnt.

Mabon fällt Ende September auf jenen Moment, in dem Tag und Nacht überall auf der Erde gleich lang dauern. Es ist eines der drei Erntefeste – das Fest, an dem die Speicher voll sind und gedankt wird für das, was gewachsen ist. Vor allem aber ist es ein Fest der Balance: ein Tag, an dem sich Licht und Dunkelheit die Waage halten, bevor das Jahr in seine ruhige Hälfte geht.

Diese Idee – innehalten, sammeln, ins Gleichgewicht kommen – ist rund zweieinhalbtausend Jahre alt und passt bemerkenswert gut zu dem, was moderne Trainingslehre über Regeneration weiß. Ohne bewusste Phasen der Erholung wird aus Belastung kein Fortschritt. Die Kelten haben dafür ein Fest gebraucht. Wir nehmen uns dafür ein langes Wochenende.

Die Yogalodge: vier Tage im Rhythmus des Hauses

Vom 24. bis 27. September leitet Stefanie Dell die herbstliche Yogalodge. Das Programm ist bewusst breit angelegt und wechselt zwischen fordernd und ruhig: kraftvolle Vinyasa-Flows, Mobilisierungs- und Balanceeinheiten, Somatic Movement und Breathwork auf der einen Seite, entspannende Yin- und Stretching-Sequenzen auf der anderen. Dazu Meditationen, Zeit in der Natur und stimmungsvolle Rituale, unter anderem ein Lichtbad.

Wer schon einmal ein Retreat mitgemacht hat, weiß, wie viel diese Bandbreite ausmacht. Sie ist genau das, was auch eine gute Trainingswoche ausmacht: verschiedene Qualitäten statt vier Tage dasselbe. Und sie lässt Raum – für den Spa, für einen Spaziergang am See, für das Nichtstun zwischendurch.

Stefanie Dell selbst beschreibt ihren Zugang so:

„Yoga bedeutet für mich, mich immer wieder bewusst auf den Rhythmus des Lebens einzulassen. Es ist ein lebendiger, facettenreicher Prozess voller Erleben – manchmal leicht und fließend, manchmal herausfordernd und intensiv. Auf der Yogamatte finde ich Zugang zu meiner inneren Stärke und lerne, meinem eigenen Rhythmus, meinen Kräften und inneren Wissen zu vertrauen.“

Der Rhythmus des Lebens – damit schließt sich der Kreis zum Jahreskreis der Kelten, die ihre Feste ebenfalls an Aussaat, Ernte, Mondphasen und Sonnenständen ausrichteten. Erzählung und Praxis meinen dasselbe.

Was hinter der Erzählung steckt

Ein Jahreskreis ist eine schöne Geschichte. Genauso interessant ist, worauf das Haus sein Programm inhaltlich ausrichtet: Unter dem Namen Seezeit re.connect bündelt die Seezeitlodge ihre Angebote mit Fokus auf Gesundheit, Langlebigkeit und mentale Balance und ist Mitglied bei The Longevity Hotels. Die keltische Erzählung ist die Form, Longevity der Inhalt.

Das zeigt sich auch im Spa. Auf 5.000 Quadratmetern folgen die Rituale vier Erlebniswelten: Kraft aufbauen, Basis aktivieren, Energie freisetzen, mental stärken. Uraltes Kräuterwissen trifft dabei auf moderne Anwendungen. Dazu ein Saunadorf im Freien, Dampfbäder und Ruhezonen mit Blick aufs Wasser.

In der Küche dieselbe Haltung. Das Frühstück steht bis elf Uhr, was nach einer frühen Einheit auf der Matte kein Detail ist, sondern der Unterschied zwischen dem Hetzen und dem Ankommen. Mittags Smoothies, nachmittags hausgebackener Kuchen und die eigene Kräuterteemischung, abends ein Menü in mehreren Gängen. Genussvoll, ohne dich am nächsten Morgen einzuholen.

Vier Tage, die zum Jahr passen

Die herbstliche Yogalodge ist etwas für alle, die den Wechsel der Jahreszeit nicht nebenbei mitnehmen, sondern bewusst erleben wollen – mit Bewegung, Regeneration und ein paar Tagen in einer Landschaft, die im September ihre schönste Farbe hat.

Vier Tage, drei Nächte im Zimmer mit Himmelbett, volle Verpflegung, das gesamte Programm und dazwischen genug Zeit für den Spa und den See. Die Gruppen bleiben klein. Das Datum steht fest – Mabon lässt sich nicht verschieben.

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Stefanie Dell ist gebürtige Saarländerin und Diplom-Yogalehrerin und unterrichtet den typischen Seezeitlodge-Yogastil, der von fließenden Bewegungen im Einklang mit dem Atem geprägt ist. Ihr Repertoire geht über die Matte hinaus: Neben klassischen Übungen unterrichtet sie auch Aerial Yoga und SUP-Yoga auf dem Wasser. Und sie ist nicht bloß Gastlehrerin, sondern gestaltet das Format: Die Yogalodge gehört zu den Signature Arrangements des Hauses und ist als Retreat unter ihrer Regie konzipiert – sie nimmt immer Bezug zur Jahreszeit. Dazu schreibt sie regelmäßig Beiträge für den Hotelblog, etwa Impulse zur Adventszeit oder Buchempfehlungen.

„Yoga bedeutet für mich, mich immer wieder bewusst auf den Rhythmus des Lebens einzulassen. Es ist ein lebendiger, facettenreicher Prozess voller Erleben – manchmal leicht und fließend, manchmal herausfordernd und intensiv. Durch die Verbindung von Bewegung, Atmung, Meditation und Achtsamkeit, und ganz wichtig: auch den Werten, die mit Yoga in Verbindung stehen, entsteht für mich ein Raum, in dem ich mir selbst begegnen kann. Yoga unterstützt mich dabei, sowohl innezuhalten, um nach innen zu lauschen und bei mir zu sein , als auch dabei, mich im Außen auszudrücken - ich zu sein. Auf der Yogamatte finde ich Zugang zu meiner inneren Stärke und lerne, meinem eigenen Rhythmus, meinen Kräften und inneren Wissen zu vertrauen. Yoga erinnert mich daran, achtsam mit mir, den Menschen um mich herum und meiner Umwelt umzugehen, die Gesundheit, das Leben als Geschenk zu schätzen und meinen Weg bewusst zu gestalten. Es lehrt mich, auch in bewegten Zeiten Vertrauen zu bewahren, loszulassen und mit wachsender Gelassenheit dem natürlichen Fluss des Lebens zu folgen. Und so übe ich präsent zu sein, mich immer wieder im gegenwärtigen Moment zu verankern und dem Leben mit allem was dazugehört, mit Offenheit und Neugier zu begegnen. All diese Erfahrungen dürfen weiter wachsen – Schritt für Schritt, mit Geduld, Hingabe und ganz viel Freude am Lernen und Teilen dieses wunderbaren Geschenks, das Yoga für mich ist.“