Aktivurlaub im Zillertal – zwischen Gletschereis und Hochgebirgs-Naturpark
Headerbilder: ©Zillertaltourismus, Phillip Geisler
Artikel von Kurt Tropper · 04. November 2026
Wer einen Aktivurlaub im Zillertal plant, hat ein Tal vor sich, das vom Inntal bis an die Grenze zu Südtirol reicht und auf diesem Weg fast jede Spielart des Bergsports bereithält. Bei Jenbach, rund 40 Kilometer östlich von Innsbruck, zweigt es nach Süden ab, von München aus bist du in knapp zwei Stunden hier. Vorne ist das Tal breit und sonnig, mit Wiesen, Höfen und Dörfern am Talboden. Nach hinten wird es enger, steiler und alpiner, bis es an den Gletschern des Zillertaler Hauptkamms endet.
Rund 1.400 Kilometer Wanderwege, fast ebenso viele Kilometer Bikerouten, über 70 Dreitausender und ein Gletscher, auf dem du an 365 Tagen im Jahr Ski fahren kannst: Das Zillertal gehört zu den vielseitigsten Zielen für einen Aktivurlaub in Tirol. Im Frühjahr fährst du am Vormittag auf Firn und spielst am Nachmittag Golf, im Sommer kletterst du an Gneisblöcken im Wald, im Winter steigst du in gefrorene Wasserfälle ein. Hier erfährst du, wie das Tal aufgebaut ist, was es zu jeder Jahreszeit bietet und welche Ziele sich lohnen.



Bilder: ©Zillertaltourismus, Tom Klocker
Vom Inntal bis in die Zillertaler Alpen – so ist das Tal aufgebaut
Das Zillertal liegt zwischen zwei Gebirgsgruppen: Im Westen begleiten es die Tuxer Alpen, im Osten die Kitzbüheler Alpen mit ihren grasigen Kuppen. Im Süden schließen die Zillertaler Alpen mit ihrem vergletscherten Hauptkamm das Tal ab, dahinter liegt Südtirol. Das vordere Zillertal zwischen Strass, Fügen und Zell am Ziller ist weit und offen. Der Ziller fließt gemächlich durch den Talboden, an den Hängen ziehen Wälder zu den Almen hinauf. Hier verläuft der Zillertaler Radweg auf rund 30 Kilometern fast ohne Steigung, und hier fährt die Zillertalbahn von Jenbach bis Mayrhofen, im Sommer auch mit der Dampflok.
Bei Zell am Ziller zweigt das Gerlostal nach Osten Richtung Salzburg ab. Hinter Mayrhofen fächert sich das Haupttal in die sogenannten Gründe auf: Tuxertal, Zemmgrund, Stilluptal und Zillergrund schneiden tief in die Berge, die Flanken werden steiler, die Bäche wilder. Das Tuxertal führt über Finkenberg und Lanersbach bis nach Hintertux an den Fuß des Gletschers. Durch den Zemmgrund erreichst du das Bergsteigerdorf Ginzling und weiter hinten den Schlegeis-Speicher. Der Zillergrund, das Quelltal des Zillers, zieht sich rund 25 Kilometer bis an die Grenze zu Italien.
Welche Berge prägen das Tal?
Über 70 Dreitausender und rund 80 Gletscher zählen die Zillertaler und Tuxer Alpen zusammen. Der höchste Gipfel ist der Hochfeiler mit 3.509 Metern direkt an der Grenze zu Südtirol. Der Olperer mit 3.476 Metern thront über dem Hintertuxer Gletscher und dem Schlegeis-Speicher, auch der Große Löffler und der Schwarzenstein gehören zu den bekannten Hochtourenzielen am Hauptkamm. Über Mayrhofen erhebt sich die Ahornspitze mit 2.973 Metern, im vorderen Tal ist das Kellerjoch mit 2.344 Metern ein beliebter Aussichtsberg.
Bergsteigen hat hier Tradition. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Zillertal zu einer Keimzelle des Alpinismus, und Ginzling gehört bis heute zu den Bergsteigerdörfern des Alpenvereins. Seit 1969 startet dort jedes Jahr der Zillertaler Steinbockmarsch, einer der großen klassischen Bergmärsche der Alpen.
Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen
Rund 40 Prozent der Talfläche stehen unter Schutz. Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen umfasst 422 Quadratkilometer und reicht vom Bergsteigerdorf Ginzling auf rund 1.000 Metern bis hinauf zum Hochfeiler. Zwischen Gletscherzungen und Zirbenwäldern liegen Karseen, Almen, Moore und weite Hochtäler, die einst vom Eis ausgeschürft wurden. Die größten Gletscher, hier Kees genannt, sind das Schlegeiskees, das Hornkees und das Schwarzensteinkees.
Einen guten Einstieg bietet das Naturparkhaus in Ginzling mit seiner Ausstellung Gletscher.Welten, im Zillergrund erfährst du bei den Steinbock.Welten mehr über die Steinböcke der Region. Das Programm der geführten Touren findest du auf der Website des Naturparks Zillertaler Alpen.
Hintertuxer Gletscher – Skifahren an 365 Tagen im Jahr
Ganz hinten im Tuxertal liegt der Hintertuxer Gletscher, Österreichs einziges Ganzjahresskigebiet. Die Pisten reichen bis auf 3.250 Meter, und selbst im Hochsommer trainieren hier Ski-Nationalteams auf Schnee. Für dich heißt das: Sommerskilauf am Vormittag, Bergtour oder Bikerunde am Nachmittag. Im Frühjahr hält sich der Schnee am Gletscher bis in den Juni, deutlich länger als in jedem anderen Skigebiet Österreichs.
Unterhalb der Pisten führt der Natur Eis Palast in eine begehbare Gletscherspalte. Der Blick ins Innere des Eises zeigt, wie mächtig und zugleich verletzlich so ein Gletscher ist.
Bergseen im Zillertal – vom Speichersee bis zum Karsee
Die Bergseen im Zillertal reichen vom großen Speichersee bis zum kleinen Karsee hoch über der Waldgrenze. Der Schlegeis-Speicher auf rund 1.800 Metern wurde zwischen 1965 und 1971 angelegt und ist heute Ausgangspunkt für Hüttenwanderungen und Hochtouren. Du erreichst ihn über die mautpflichtige Schlegeis Alpenstraße oder im Sommer mit dem Bus ab Mayrhofen. Auch im Zillergrund und im Stilluptal liegen Speicherseen, im Gerlostal der Speicher Durlaßboden. Kleiner und wilder sind die Karseen im Naturpark, etwa der Schwarzsee und der Friesenbergsee.
Im Tal sorgen sechs Freischwimmbäder für Abkühlung nach der Tour, bei schlechtem Wetter ist die Erlebnistherme Zillertal in Fügen eine Alternative. Wer es sportlicher mag, fährt Rafting auf dem Ziller oder seilt sich beim Canyoning in die Schluchten der Seitentäler ab.
Zillertal im Sommer – Wandern, Bergsteigen, Biken und Klettern
Das Zillertal im Sommer ist ein Revier für alle, die sich gern lange draußen bewegen. Die Wege sind gut beschildert, die Bergbahnen bringen dich bei Bedarf schnell in die Höhe, und die Mischung aus sanften Grasbergen und hochalpinem Gelände passt für Einsteiger ebenso wie für ambitionierte Bergsportler.



Bilder: ©Zillertaltourismus, Tom Klocker, Phillip Geisler, Christoph Johann
Hüttentouren und Gipfel: unterwegs zwischen Almen und Dreitausendern
Rund 1.400 Kilometer markierte Wege machen das Wandern im Zillertal zu einer Frage der Auswahl. Sie reichen von gemütlichen Talwanderungen entlang des Zillers bis zu Hochtouren auf die vergletscherten Gipfel des Hauptkamms. Bergbahnen wie die Ahorn- und die Penkenbahn in Mayrhofen, die Finkenberger Almbahnen oder die Eggalmbahn in Lanersbach bringen dich direkt zu den Panoramawegen oberhalb der Waldgrenze. Routen und Hütten findest du gesammelt bei Zillertal Tourismus.
Der bekannteste Mehrtagesweg ist der Berliner Höhenweg, auch Zillertaler Runde genannt. Er verbindet die Gamshütte mit der Karl-von-Edel-Hütte und führt in rund einer Woche über mehr als 70 Kilometer und 6.700 Höhenmeter durch das Herz des Naturparks. Du kannst ihn in beide Richtungen und auch in Teilstücken gehen. Unterwegs kommst du an der denkmalgeschützten Berliner Hütte vorbei, einem Stück Alpingeschichte aus dem 19. Jahrhundert.
Für das Bergsteigen im Zillertal sind die Gründe der Ausgangspunkt. Vom Schlegeis-Speicher, aus dem Zemmgrund und aus dem Zillergrund führen Wege zu Hütten, von denen aus du Gipfel wie den Olperer, den Großen Löffler oder den Hochfeiler angehen kannst. Für Gletschertouren ist ein Bergführer die richtige Wahl, die Alpinschulen im Tal bieten geführte Hochtouren an.
Mountainbike und E-Bike: Touren mit vielen Höhenmetern
Mountainbiken im Zillertal ist vor allem etwas für Fahrer mit Kondition. Von den fast 1.400 Kilometern Bikerouten sind rund 900 Kilometer als rot und gut 370 Kilometer als schwarz ausgewiesen, nur etwa 110 Kilometer als blau. Wer lange Anstiege sucht, ist hier richtig. Für lockere Regenerationsrunden und Ausflüge mit dem E-Bike bietet sich der flache Zillertaler Radweg im Tal an.
Rennrad: Höhenstraße, Gerlospass und Schlegeis
Zum Rennradfahren im Zillertal gehören steile Bergstraßen mit wenig Verkehr. Der Klassiker ist die mautpflichtige Zillertaler Höhenstraße in den Tuxer Alpen. Als Runde von Ried über den Melchboden auf 2.020 Metern und zurück über Hippach kommst du auf rund 53 Kilometer und knapp 1.900 Höhenmeter, mit Rampen von teils über 20 Prozent. Moderater ist der Gerlospass: Ab Zell am Ziller geht es mit Steigungen bis etwa zehn Prozent hinauf Richtung Salzburg, auf der anderen Seite warten die Krimmler Wasserfälle. Ein dritter lohnender Anstieg ist die Schlegeis Alpenstraße, die hinter Ginzling rund 800 Höhenmeter bis zur Staumauer klettert.
Trailrunning und Training in der Höhe
Trailrunning im Zillertal heißt: schmale Almwege, Steige mit ordentlich Höhenmetern und Höhenwege mit freiem Blick auf die Gletscher. Rund um Mayrhofen, Finkenberg und Tux findest du Strecken für jedes Niveau. Weil das Tal von gut 500 bis über 3.000 Meter reicht, kannst du hier auch gezielt in der Höhe trainieren.
Bouldern, Sportklettern und Klettersteige im Gneis
Für das Klettern im Zillertal ist der Gneis der Gründe das Kapital. Im Zillergrund, im Sundergrund und rund um Ginzling liegen unzählige Blöcke im Wald verstreut, und Bouldern im Zillertal hat unter Kletterern internationalen Ruf. Dazu kommen Sportklettergebiete im ganzen Tal und anspruchsvolle Mehrseillängen wie an der Mühlwand im Zillergrund. Wer es gesicherter mag, findet mehrere Klettersteige. Neu ist der Klettersteig Pfaffenbichl in Hochfügen: rund 260 Meter lang, Schwierigkeit B und mit einer frei schwebenden Hängebrücke als Höhepunkt.
Zillertal im Winter – Skifahren, Langlaufen und Eisklettern
Das Zillertal im Winter bietet weit mehr als Pisten. Zwischen Talboden und Gletscher findest du Loipen, Skitourenberge, Rodelbahnen und gefrorene Wasserfälle, und dank der Höhenlage bleibt der Schnee oft bis weit ins Frühjahr.



Bilder: ©Zillertaltourismus, Thomas Pfister, Tom Klocker, Jan Hanser
Ein Skipass für das ganze Tal
Zum Skifahren im Zillertal brauchst du nur eine Karte: Der Zillertaler Superskipass gilt für 546 Pistenkilometer und rund 180 Liftanlagen in den Skigebieten Spieljoch, Hochzillertal-Hochfügen, Zillertal Arena, in Mountopolis mit Ahorn und Penken sowie in der Ski- & Gletscherwelt Zillertal 3000 mit dem Hintertuxer Gletscher. Am Penken wartet mit der Harakiri die steilste präparierte Piste Österreichs, auf der Gletscherrunde kommen an einem Tag rund 60 Pistenkilometer und 15.000 Höhenmeter zusammen.
Skitouren und Freeride
Für Skitouren im Zillertal bieten sich die Tuxer Alpen an, besonders rund um Hochfügen, das auf knapp 1.500 Metern liegt und als Freeride-Revier bekannt ist. Auch in den Kitzbüheler Alpen auf der Ostseite des Tals findest du sanfte Skitourenberge. Informiere dich vor jeder Tour beim Lawinenwarndienst Tirol über die aktuelle Lage.
Loipen, Winterwanderwege und Rodelbahnen
Langlaufen im Zillertal ist auf 113 Kilometern Loipe möglich, klassisch und im Skating-Stil. Dazu kommen rund 460 Kilometer geräumte Winterwanderwege, 15 Rodelbahnen mit zusammen 48 Kilometern Länge und stille Seitentäler für Schneeschuhtouren.
Eisfälle im Bergsteigerdorf Ginzling
Eisklettern im Zillertal hat seinen Mittelpunkt in Ginzling. Am Zamserbach liegt auf 1.310 Metern der Eiskletterpark Zillertal mit zwei Sektoren, in dem du unter guten Bedingungen trainieren kannst. Erfahrene Eiskletterer finden in den Seitentälern zusätzlich natürliche Eisfälle.
Frühling und Herbst: Wann lohnt sich welche Jahreszeit?
Wer seinen Urlaub im Zillertal zwischen die Hauptsaisonen legt, erlebt das Tal von einer eigenen Seite. Im Frühjahr laufen die Skigebiete bis in den April, während der Golfclub Zillertal-Uderns schon Mitte März in die Saison startet, Ski und Golf an einem Tag sind hier also möglich. Der Herbst bringt oft stabiles Wetter, klare Fernsicht und goldene Lärchenwälder, gute Bedingungen für lange Gipfeltouren und Trailruns. Ganzjährig geöffnet sind die Pisten am Hintertuxer Gletscher und die Erlebnistherme in Fügen.
Regeneration und Genuss nach dem Sport
Zu einem guten Bergsporttag gehört die Erholung danach. Viele Hotels im Tal haben großzügige Spa- und Fitnessbereiche, in denen du nach einer langen Tour die Muskulatur lockerst und den Körper auf den nächsten Tag vorbereitest. Auch kulinarisch hat das Zillertal einiges zu bieten: Der Gault&Millau 2027 zeichnet zwölf Restaurants im Tal mit insgesamt 25 Hauben aus. Wer es bodenständiger mag, kehrt auf einer Almhütte ein, wo Zillertaler Graukäse, Krapfen und frische Buttermilch auf den Tisch kommen.
Ein Aktivurlaub im Zillertal verbindet sonnigen Talboden und ewiges Eis, sportliche Herausforderung und echte Erholung auf wenigen Kilometern. Ob du im Sommer die Zillertaler Runde gehst, im Herbst über die Höhenstraße kurbelst oder im Winter in den Eisfall einsteigst: Eine gute Basis dafür findest du im STOCK resort in Finkenberg oder im Hotel Alpenhof in Hintertux.
Häufige Fragen zum Aktivurlaub im Zillertal
Wo liegt das Zillertal und wie reist du an?
Wann ist die beste Reisezeit für das Zillertal?
Kann man im Zillertal im Sommer Ski fahren?
Welche Touren und Strecken eignen sich im Zillertal?
Welche Berge kann man im Zillertal besteigen?
Was ist der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen?
Welche Hotels passen für Bergsport im Zillertal?

